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Wohnwagen überwintern: die Checkliste, die Ihnen Tausende spart

Zuletzt geprüft im September 2026 · Lesezeit etwa 7 Minuten

Der teuerste Schaden am Wohnwagen entsteht nicht auf der Straße, sondern im Winter auf dem Abstellplatz. Fast alle Feuchtigkeitsschäden, die wir bei Ankaufsbesichtigungen finden, sind in einer Winterpause entstanden – meistens durch gut gemeinte, aber falsche Maßnahmen.

Der eine Fehler, der alles andere überlagert

Die dichte Vollabdeckplane aus dem Baumarkt. Sie hält Regen ab, aber sie hält auch die Feuchtigkeit fest, die aus dem Aufbau nach außen diffundieren müsste. Unter der Plane bildet sich Kondenswasser, das über Monate auf Dichtungen, Fensterrahmen und Aufbaufugen steht.

Wenn Sie abdecken wollen, nehmen Sie ausschließlich eine atmungsaktive Schutzhaube, die für Caravans gemacht ist. Alles andere richtet mehr Schaden an, als es verhindert. Am besten ist ein überdachter, seitlich offener Stellplatz – oder gar keine Abdeckung.

Wasseranlage: vollständig leer heißt vollständig

Gefrierendes Restwasser sprengt Leitungen, Pumpen, Boiler und Ventile. „Fast leer" reicht nicht.

  1. Frisch- und Abwassertank entleeren, Tankdeckel und Ablassventile offen lassen.
  2. Boiler über das Sicherheits- bzw. Ablassventil entleeren, Ventil offen lassen.
  3. Alle Wasserhähne in Mittelstellung öffnen, damit die Leitungen belüftet sind.
  4. Tauchpumpe aus dem Tank nehmen und trocken lagern.
  5. Toilettenkassette leeren, gründlich reinigen, offen und trocken lagern. Schieber leicht fetten.
  6. Siphons im Waschbecken leer pumpen oder mit etwas Frostschutz für Trinkwassersysteme füllen.

Lüften und trocken halten

Die Zwangsentlüftungen im Boden und im Dach müssen frei bleiben. Kleben Sie sie nicht ab – sie sind der einzige geregelte Luftaustausch im geschlossenen Fahrzeug.

  • Alle Schränke und Klappen offen lassen, damit Luft zirkuliert.
  • Polster aufstellen oder besser komplett ausbauen und zu Hause trocken lagern.
  • Kühlschranktür arretieren, die meisten Geräte haben dafür eine Winterstellung. Sonst schimmelt die Dichtung.
  • Luftentfeuchter aufstellen, zwei bis drei Granulatbehälter für einen mittleren Wohnwagen. Alle vier bis sechs Wochen kontrollieren.
  • Alle vier bis sechs Wochen einmal komplett durchlüften, etwa 20 Minuten mit weit geöffneter Tür und Dachluke an einem trockenen Tag.
Der Kontrollgang lohnt sich

Wer im Winter alle sechs Wochen einmal nach dem Wagen sieht, entdeckt eine undichte Dachluke im Dezember statt im April. Der Unterschied zwischen beiden Zeitpunkten liegt beim Reparaturaufwand oft im vierstelligen Bereich.

Reifen, Bremse und Fahrwerk

  • Luftdruck erhöhen auf den maximal zulässigen Wert der Reifenflanke, um Standplatten zu vermeiden.
  • Aufbocken, wenn möglich – die Stützen allein tragen den Wagen nicht, dafür braucht es Unterstellböcke am Rahmen.
  • Wenn nicht aufgebockt wird: alle paar Wochen ein Stück vor- und zurückrollen, damit die Reifen nicht an derselben Stelle stehen.
  • Handbremse nicht anziehen. Sie kann über den Winter festgehen. Stattdessen Unterlegkeile verwenden.
  • Kugelkupplung und bewegliche Teile der Auflaufeinrichtung leicht fetten.

Gasanlage und Elektrik

  • Gasflaschen schließen und aus dem Fahrzeug nehmen, wenn es die Platzordnung verlangt. Flaschen kühl und aufrecht lagern.
  • Aufbaubatterie ausbauen und frostfrei lagern oder am Erhaltungsladegerät lassen. Eine tiefentladene Blei-Batterie überlebt einen Winter nicht.
  • 230-Volt-Anschluss trennen, sofern kein Ladegerät läuft.

Dichtungen und Aufbau

Vor dem Einwintern lohnt ein systematischer Rundgang, weil Sie Schäden dann noch in Ruhe beheben können.

  • Alle Dachaufbauten prüfen: Dachluken, Antenne, Solarhalterungen, Klimaanlage. Risse in der Dichtmasse sind die häufigste Eintrittsstelle.
  • Fensterrahmen und die Fugen der Seitenwände auf offene Stellen kontrollieren.
  • Gummidichtungen an Tür und Klappen mit Silikon- oder Talkumpflege behandeln, damit sie nicht anfrieren und reißen.
  • Vorzeltschiene reinigen, dort sammelt sich Laub und hält Nässe.

Das Dach ist der wunde Punkt

Die Dachfläche ist die wichtigste Kontrolle vor dem Winter und zugleich die, die am seltensten gemacht wird. Der Grund ist praktisch: Die meisten Wohnwagendächer sind nicht begehbar. Wer trotzdem hinaufsteigt, drückt im schlimmsten Fall die Sandwichplatte ein und verursacht genau den Schaden, den er suchen wollte. Von der Leiter aus sehen Sie den Rand, aber nicht die Mitte – und dort sitzen Dachluke, Antennendurchführung und die Fugen der Aufbaunähte.

Wenn Sie sicher sein wollen, bevor der Wagen fünf Monate steht, ist eine Dachkontrolle aus der Luft der schnellste Weg. Ein gewerblicher Drohnenbetrieb liefert in wenigen Minuten hochauflösende Aufnahmen der gesamten Dachfläche, ohne dass jemand das Fahrzeug betritt. Für den Bayerischen Wald und das Umland bietet das unter anderem Drohnen Niederbayern aus Eging am See an. Gemessen an dem, was ein unentdeckter Wassereintritt über einen Winter anrichtet, ist das eine günstige Versicherung.

Diebstahlschutz nicht vergessen

Die Winterpause ist die Zeit, in der die meisten Wohnwagen gestohlen werden – schlicht, weil niemand hinschaut. Ein Deichselschloss und eine Radkralle gehören auf den Abstellplatz, ein Bodenanker ist bei fester Unterbringung die wirksamste Lösung. Details dazu im Ratgeber Diebstahlschutz für Wohnwagen.

Und weil es jedes Frühjahr passiert: Legen Sie den Zweitschlüssel an einen Ort, den Sie im April wiederfinden. Was zu tun ist, wenn nicht, steht im Ratgeber Schlüssel verloren.

Wenn der Wohnwagen den Winter über ohnehin nicht mehr genutzt wird

Ein nicht bewegtes Fahrzeug verliert kontinuierlich an Wert, und der Wertverlust beschleunigt sich mit jedem Jahr Standzeit – Dichtungen altern, Reifen werden porös, Feuchtigkeit findet ihren Weg. Wenn absehbar ist, dass Sie nicht mehr fahren werden, ist ein Verkauf im Herbst wirtschaftlich fast immer besser als eine weitere Überwinterung. Was Ihr Fahrzeug aktuell wert ist, schätzen wir unverbindlich ein.

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